Für Investoren

    Mehrfamilienhaus finanzieren: Ankauf als Kapitalanlage

    Eine Mehrfamilienhaus-Finanzierung ist ein Immobiliendarlehen für ein Objekt mit mehreren vermieteten Wohneinheiten. Die Bank bewertet dabei nicht nur Ihre Bonität, sondern vor allem den Ertrag des Objekts. Diese Seite erklärt Ihnen die Bewertung, die Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit, die nötigen Unterlagen und die Besonderheiten gemischt genutzter Häuser.

    Was ist eine Mehrfamilienhaus-Finanzierung?

    Eine Mehrfamilienhaus-Finanzierung ist ein Immobiliendarlehen für ein Gebäude mit mehreren abgeschlossenen Wohneinheiten, das als Ganzes angekauft und vermietet wird. Der Investor erwirbt dabei nicht eine einzelne Wohnung, sondern ein komplettes Grundstück samt Gebäude und tritt in sämtliche bestehenden Mietverhältnisse ein.

    Der Unterschied zur Finanzierung einer einzelnen Eigentumswohnung liegt in der Betrachtungsweise der Bank. Bei einer einzelnen Wohnung stehen Kaufpreis, Lage und die Bonität des Käufers im Vordergrund, ergänzt um Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlung. Beim Mehrfamilienhaus prüft die Bank dagegen ein eigenständiges Wirtschaftsgut mit eigener Einnahmen- und Kostenstruktur.

    Damit steigt der Umfang der Prüfung deutlich. Die Bank verlangt eine vollständige Mieterliste, Angaben zum Instandhaltungsstau und eine nachvollziehbare Kalkulation der Bewirtschaftung. Ein Investor sollte diese Zahlen deshalb bereits vor der ersten Bankanfrage sauber aufbereitet haben, weil unklare Angaben in dieser Objektklasse regelmäßig zu Rückfragen und Verzögerungen führen.

    Wie bewerten Banken ein Mehrfamilienhaus?

    Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern steht nicht der Sachwert im Vordergrund, sondern der Ertragswert, also die Frage, welche Miete das Objekt dauerhaft erwirtschaftet. Die Bank fragt somit weniger, was der Neubau des Gebäudes heute kosten würde, sondern was das Haus als Kapitalanlage über die Jahre trägt.

    In die Bewertung fließen vier Größen ein: der Jahresrohertrag, also die nachhaltig erzielbare Jahresmiete, die Bewirtschaftungskosten für Verwaltung, Instandhaltung und Mietausfallwagnis, der Liegenschaftszinssatz, mit dem die Erträge kapitalisiert werden, und die Restnutzungsdauer des Gebäudes.

    Aus diesen Größen ermittelt die Bank einen Wert, der vom vereinbarten Kaufpreis abweichen kann. Liegt der ermittelte Ertragswert unter dem Kaufpreis, sinkt der finanzierbare Betrag und der Investor muss die Differenz aus Eigenmitteln tragen. Deshalb entscheidet eine belastbare Mietaufstellung häufig stärker über die Finanzierung als der Kaufpreis selbst.

    Wie wird die Kapitaldienstfähigkeit geprüft?

    Die Bank stellt bei der Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit die Mieteinnahmen abzüglich der Bewirtschaftungskosten dem Kapitaldienst aus Zins und Tilgung gegenüber. Übersteigt der verbleibende Überschuss den Kapitaldienst, trägt sich das Objekt aus eigener Kraft.

    Wichtig ist dabei ein Punkt, den viele Investoren unterschätzen: Die Bank rechnet häufig mit einem kalkulatorischen Zins, der über dem aktuellen Marktzins liegt. Damit sichert das Haus die spätere Anschlussfinanzierung ab und prüft, ob das Objekt auch bei einem höheren Zinsniveau noch tragfähig bleibt.

    Reicht der Überschuss aus dem Objekt nicht aus, zieht die Bank Ihre übrigen Einkünfte heran und betrachtet Ihre gesamte Haushaltsrechnung mit allen laufenden Darlehen. Wie streng diese Rechnung ausfällt, unterscheidet sich von Bank zu Bank erheblich – genau deshalb entscheidet die Auswahl des passenden Hauses beim Mehrfamilienhaus besonders deutlich über Zusage oder Absage.

    Welche Unterlagen braucht ein Mehrfamilienhaus?

    Ein Mehrfamilienhaus braucht deutlich mehr Unterlagen als eine einzelne Wohnung, weil die Bank Objekt und Person getrennt prüft. Zum Objekt gehören alle Nachweise, die Ertrag, Fläche und Zustand belegen, zur Person alle Nachweise zu Einkommen, Vermögen und bestehendem Portfolio.

    Die folgende Tabelle fasst zusammen, was Banken in der Regel anfordern. Reichen Sie diese Unterlagen vollständig ein, verkürzt das die Prüfung spürbar.

    BereichUnterlagen
    ObjektMieterliste oder Mietaufstellung, Nachweis der Ist-Mieten, Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohn- und Nutzflächenberechnung, Grundrisse, Energieausweis, Fotos, Angaben zu Instandhaltungsstau und durchgeführten Sanierungen
    Gemischt genutzte ObjekteZusätzlich die Aufteilung von Wohn- und Gewerbefläche
    PersonÜbliche Selbstauskunft, Einkommensnachweise, Vermögensaufstellung und eine Übersicht des bestehenden Immobilienportfolios

    Welche Unterlagen im Einzelfall zusätzlich verlangt werden, hängt von der Bank und vom Objekt ab.

    Was gilt bei gemischt genutzten Objekten?

    Bei gemischt genutzten Objekten ändert ein hoher Gewerbeanteil sowohl die Bewertung als auch die Auswahl der Bank. Ein gemischt genutztes Objekt ist ein Gebäude, in dem neben Wohnungen auch gewerblich genutzte Flächen liegen, etwa Läden, Praxen oder Büros.

    Viele Häuser finanzieren gewerbliche Anteile zurückhaltender als reine Wohnnutzung. Der Grund liegt in der anderen Risikoeinschätzung: Gewerbemietverträge laufen befristet, eine Nachvermietung dauert oft länger, und die Flächen lassen sich nicht ohne Weiteres in Wohnraum umnutzen.

    Für den Investor bedeutet das zweierlei. Erstens sollte die Aufteilung von Wohn- und Gewerbefläche von Beginn an klar dokumentiert sein, weil die Bank die Anteile getrennt bewertet. Zweitens lohnt sich bei solchen Objekten der Vergleich mehrerer Banken besonders, da die internen Grenzen für den zulässigen Gewerbeanteil je Haus deutlich auseinanderliegen.

    Wie geht FinanzPlusImmo dabei vor?

    FinanzPlusImmo bereitet Ihr Vorhaben zuerst bankfähig auf und platziert es anschließend gezielt dort, wo Objektart und Profil in die Richtlinien passen. Der Ablauf folgt bei Mehrfamilienhäusern immer denselben Schritten:

    1. Erstgespräch zum Objekt, zum Zeitplan und zu Ihrer bestehenden Finanzierungsstruktur.
    2. Aufbereitung der Objektunterlagen inklusive Mietaufstellung und Angaben zum Instandhaltungsstau.
    3. Auswahl der passenden Banken anhand von Objektart, Gewerbeanteil und Beleihungsauslauf.
    4. Parallele Anfrage bei den ausgewählten Häusern und Abstimmung der Rückfragen.
    5. Vorlage der Angebote, Auswahl der Kondition und Begleitung bis zum Notartermin.

    Warum der Vergleich mehrerer Häuser gerade bei dieser Objektklasse entscheidet, lesen Sie auf unserer Seite zum Bankenvergleich. Planen Sie den Ankauf mit anschließender Aufteilung, finden Sie die Details unter Aufteilergeschäft finanzieren.

    Häufige Fragen

    Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern steht nicht der Sachwert im Vordergrund, sondern der Ertragswert, also die Frage, welche Miete das Objekt dauerhaft erwirtschaftet. In die Bewertung fließen der Jahresrohertrag, die Bewirtschaftungskosten, der Liegenschaftszinssatz und die Restnutzungsdauer ein. Liegt der ermittelte Ertragswert unter dem Kaufpreis, sinkt der finanzierbare Betrag entsprechend.

    Die Bank stellt die Mieteinnahmen abzüglich der Bewirtschaftungskosten dem Kapitaldienst aus Zins und Tilgung gegenüber. Dabei rechnet sie häufig mit einem kalkulatorischen Zins, der über dem aktuellen Marktzins liegt, um die spätere Anschlussfinanzierung abzusichern. Reicht der Überschuss aus dem Objekt nicht aus, zieht die Bank Ihre übrigen Einkünfte und Ihre gesamte Haushaltsrechnung heran.

    Zum Objekt verlangen Banken in der Regel Mieterliste oder Mietaufstellung, Nachweis der Ist-Mieten, Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohn- und Nutzflächenberechnung, Grundrisse, Energieausweis, Fotos sowie Angaben zu Instandhaltungsstau und durchgeführten Sanierungen. Bei gemischt genutzten Objekten kommt die Aufteilung von Wohn- und Gewerbefläche dazu. Zur Person gehören Selbstauskunft, Einkommensnachweise, Vermögensaufstellung und eine Übersicht des bestehenden Immobilienportfolios.

    Ein hoher Gewerbeanteil ändert die Bewertung und die Auswahl der Bank. Viele Häuser finanzieren gewerbliche Anteile zurückhaltender als reine Wohnnutzung, weil Gewerbemietverträge befristet laufen und die Nachvermietung länger dauern kann. Die Aufteilung von Wohn- und Gewerbefläche sollte deshalb von Beginn an dokumentiert sein, und der Vergleich mehrerer Banken lohnt sich bei solchen Objekten besonders.

    Bei einer einzelnen Eigentumswohnung stehen Kaufpreis, Lage und die Bonität des Käufers im Vordergrund. Beim Mehrfamilienhaus prüft die Bank ein eigenständiges Wirtschaftsgut mit eigener Einnahmen- und Kostenstruktur und stellt den Ertragswert in den Mittelpunkt. Der Umfang der Unterlagen und die Anforderungen an die Kalkulation sind dadurch deutlich höher.

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